Nachdem es mir in den letzten Wochen gesundheitlich leider nicht so gut ging und ich nichtmal Lust hatte zu Backen, geschweige denn zu Fotografieren, kommen jetzt mal ein paar alte Schinken auf den Tisch.
Obwohl ich eigentlich kein Fan der typischen Motivtorten bin, die zumeist aus Fondant und oft recht langweiligen Torten bestehen und mich viel zu oft an Plastik erinnern (sorry liebe Motivtorten-Kolleginnen, ich weiß sehr wohl zu schätzen wie viel Aufwand in so einer Torte steckt und sehe sie auch als absolut fantastische Kunstwerke, aber eher nicht wirklich zum Verzehr...), lasse ich mich hin und wieder zu ganz besonderen Anlässen auch zu einer solchen Torte überreden.
Es graust mich ganz besonders vor dem Eindecken der Torte mit Fondant und ich bin nicht selten einem Nervenzusammenbruch nah gewesen bei ebendiesem Versuch.
Das Modellieren von Figuren und Gegenständen hingegen macht mir wirklich Spaß. Ich erinnere mich noch sehr gut an meine erste Geburtstagstortenerfahrungen (basierend auf einer dieser grauslichen Backmischungen) mit 13 Jahren zum Geburtstag meiner besten Freundin. Damals zierten die fünf Jungs der Backstreet Boys aus Marzipan die Torte und ich war irre stolz auf mein Werk....
Es war also mal wieder soweit: eines der gefürchteten Zuckermonstren war gefragt, mein Papa wird schließlich nur einmal 60.
Da ich wusste, dass wir den Geburtstagsabend in einem Jugendstil-Restaurant in Paris verbringen würde, entschloss ich mich für eine passende Deko zum Restaurant-Inventar: grün-gold und ein Pfau.
Ja, genau, eine grün-goldene Pfauentorte reiste im Zug nach Paris....
Und man sieht es schon: der Pfau ist definitv überfüttert, vermutlich hat er doch ein bisschen zuviel von den vergoldeten Eicheln genascht...
Eigentlich war es mal ein schlanker, graziler Pfau gewesen, allerdings sacken modellierte Figuren aus Fondant schon mal gern etwas in sich zusammen, so auch hier.
Ich erwog einen neuen Pfau zu basteln und entschloss mich dann dem Darwinismus keine Chance zu geben und das etwas fettleibige, aber ungemein sympathische Tierchen so wie es war auf die Torte zu verfrachten. Stehen ihm doch ganz gut, die paar Extrapfunde, oder?
Eben dieser hübsch glitzerde Pfau sollte nun also eine 4-Stunden Zugreise nach Paris überstehen. Nach einigen Schweißausbrüchen hatte mein Freund die geniale Idee die Torte in einen Eimer mit Deckel zu setzen. Gesagt, getan.
Und so reiste ich also samt adipösem Pfau im rosa Henkeleimerchen mit dem Zug nach Paris.
Selbstverständlich ist meine Torte weder perfekt eingedeckt, noch kommt sie auch nur im Entferntesten an die Kunstwerker echter Zuckervirtuosen heran, aber ich ganz persönlich war sehr stolz auf Herrn Pfau und mich, die an diesem Abend unbeschadet in Paris ankamen und im Restaurant für einige erstaunte Blicke und gezückte Kameras sorgten (der Pfau natürlich, nicht ich ;-))
Unter dem tonnenschweren Zuckerzeug verbarg sich übrigens eine - langweilige - Kaffeecremetorte ;-)
Einen schönen Letzer-Rest-vom-Winter-Tag
wünscht
Laura